von
,
,



 
Auf der Suche nach dem Sinn
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: American Psycho (DVD) Es war nicht anders zu erwarten: wenn die Buchvorlage eines Films schon heftigst umstritten ist, kann es bei der Verfilmung nicht anders werden; auch wenn sich die Diskussionen bei "American Psycho" nicht um die Darstellung der Gewaltexzesse drehen, sondern um die Qualität der Verfilmung. Und diese ist bei "American Psycho“ - mit Einschränkungen - überdurchschnittlich gut. Denn einige Aspekte der Buchvorlage sind im Film sehr gut übernommen worden, andere weniger oder wurden fast ersatzlos gestrichen.
Besonders eines der Hauptmotive im Buch, die Darstellung der High Societey in den 80er Jahren und deren ganzen Dekadenz wird durch die Visitenkarten-Sequenz (die im Buch nicht in dieser Form und Schärfe vorkommt) geradezu grandios in Szene gesetzt; ein sinnentleerter, psychisch zermürbender Konkurrenzkampf um Status und Ansehen, bei dem auch über Leichen gegangen wird, was uns zu einem weiteren Höhepunkt des Films bringt: Patrick Batemans Mord an seinem Kollegen mit der schöneren Visitenkarte Paul Owen. Diese Sequenz wurde ebenfalls aus dem Buch übernommen, jedoch weitaus spektakulärer und witziger verfilmt – man denke nur an das hohle Gerede Batemans über Musik und seinen flotten Moonwalk.
Jedoch ist es Christian Bale, der den Film wirklich sehenswert macht. Er mimt als „American Psycho“ mit fast schon beängstigender Itensität den Patrick Bateman und liefert das hervorragendeste Stück Schauspielkunst seit Anthony Hopkins in „Das Schweigen der Lämmer“. Kein anderer Schauspieler seiner Generation versteht es, den sarkastischen, bodenlosen Zynismus Batemans auf eine witzige Art darzustellen, ohne dabei lächerlich oder unglaubhaft zu wirken. Jedoch birgt diese einseitige Art der Darstellung Patrick Batemans gleichzeitig die größte Schwäche des Films. Denn trotz des gelungenen und intensiven Spiels Bales vernachlässigt das Drehbuch den überhaupt wichtigsten Aspekt des Buches: Die Psyche Patrick Batemans, die sein brutales Verhalten (in Bezug auf das Psychische und Physische seiner Gegenüber) erklärt: Seine grenzenlose Verzweiflung über sein monotones, im wahrsten Sinne des Wortes zum Verrücktwerden langweiliges Leben, seine Oberflächlichkeit, die Menschen nur über ihre Klamotten zu beurteilen und seine zutiefst infantilen Züge – welcher normale Mensch bekommt denn Panikanfälle, weil seine Frisur womöglich nicht richtig sitzt? Der Film zeigt diese Seiten Patrick Batemans nur ansatzweise, was dazu führt, dass der Film (fast) einen der größtmöglichen Fehler macht, der bei der Verfilmung von „American Psycho“ passieren kann: Patrick Bateman wird zur Sympathiefigur und fast möchte man gegen Ende des Films Mitleid für ihn empfinden. Diese Abschwächung der Persönlichkeitsmerkmale lassen es einem schwerfallen, Batemans Nachtaktionen nachzuvollziehen. Darüber hinaus wird sein im Buch beschriebener Tagesablauf, der nur aus Essengehen, Fitnessstudio, unspektakulärem Sex und Drogen besteht, im Film allenfalls nur angerissen - ein weiterer wesentlicher Faktor, der im Film vergessen wurde, um Batemans Gemütszustand zu symbolsieren: Sein unbezähmbares Verlangen, einem nutzlosen Leben entfliehen, das keine Überraschungen, keine Freuden und keinen Sinn mehr beinhaltet.
Neben den schon genannten Schwächen kommt noch hinzu, dass die im Buch zahlreichen, inhaltlich und intelektuell hohlen Dialoge zwischen den Protagonisten viel zu kurz kommen. Doch gerade diese platten Dialoge über Mineralwasser, Szenerestaurants, Obdachlose und „Hardbodies“ wären nötig gewesen, um dem Zuschauer Einblick in die aseptische, oberflächliche und arrogante Welt der Yuppies zu verleihen.
Dennoch bleibt der Film „American Psycho“ ein ernstzunehmender und – mit Einschränkungen – gelungener Film, der mit reichlich Zynisums auf drohende Sinn- und Lebenskrisen hinweist, mit denen vor allem gut betuchte Mitmenschen zu kämpfen haben. Ganz nach dem Motto: Geld allein macht nicht glücklich. Und das beweißt uns Patrick Bateman mit jedem Tag aufs Neue...
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 28. April 2002
Kundenrezensionen:
3. Das Beste daraus gemacht...
2. Auf der Suche nach dem Sinn (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Der amerikanische Traum vom Serienkiller.....
Zur Übersicht ...
 
Angebote zu
 ab 1 Euro!

Siehe auch folgende Artikel:
American Psycho
Sonstige Artikel:
Super Memory - Super Student: How to Raise Your Grades in 30 Days
Strukturpasten & Spachteltechniken. Acryl-Malkurs 02. Aufbaukurs mit DVD
PONS Grammatik auf einen Blick. Italienisch
Mehr zu  Krimi,  Thriller,  Willem Dafoe
Home ...,    
,    Begleitseite ...
Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von

Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum)